„Mit Herzblut und ruhiger Hand“
Verkehrsangelegenheiten, der Umgang mit politischen Demonstrationen, Ortspolizei, Bürgerbüro mit vielen Bürgerkontakten, Wahlen, Flüchtlingsunterbringung – viele wichtige und auch heikle Aufgaben laufen im Bürger- und Ordnungsamt im Weinheimer Rathaus zusammen.
Umso bemerkenswerter, dass man dem langjährigen und jetzt scheidenden Amtsleiter dieser Behörde im Gemeinderat immer wieder neben Kompetenz und Qualifikation vor allem „Übersicht und eine ruhige Hand“ bescheinigte. Aber das waren seine Markenzeichen. Markus Böhm, der das Amt nun 23 Jahre geführt hat, ist in den Ruhestand getreten.
Wie Oberbürgermeister Manuel Just den Berufsweg des verdienten Beamten am Mittwoch im Gemeinderat nachzeichnete, hat er sein komplettes Berufsleben seit 1983 der Stadt Weinheim gewidmet. Im Oktober 2002 wurde Markus Böhm vom Gemeinderat zum Amtsleiter gewählt.
„Das Bürger- und Ordnungsamt, dem Markus Böhm über viele Jahre mit großer Verantwortung vorgestanden hat, ist eines der vielseitigsten und zugleich sensibelsten Ämter unserer Stadtverwaltung“, beschrieb auch der OB.
Der Rathauschef bescheinigte: „Sie haben in Ihrer Amtszeit vieles bewegt. Ihre Aufgabe war es, Ordnung zu sichern, Bürgernähe zu leben und mit Augenmaß Entscheidungen zu treffen, gerade in einem Amt, das häufig an der Schnittstelle von Gesetz, Verwaltung und Alltag der Bürgerinnen und Bürger steht. Keine einfache Aufgabe- und doch haben Sie diese stets mit ruhiger Hand, mit klarem Sachverstand und einem feinen Gespür für Menschen erfüllt.“
Mit dem Ausscheiden Böhms verliere die Stadt „nicht nur einen erfahrenen Amtsleiter, sondern auch einen Menschen, der mit Haltung und Verlässlichkeit das Gesicht unserer Verwaltung mitgeprägt hat“, so Just, der betonte, dass Markus Böhm auch eine weitere Tätigkeit mit Herzblut ausgefüllt hat: Als Standesbeamter traute er über Jahre zahlreiche Paare und schickte sie auf einen gemeinsamen Lebensweg.
Auch aus dem Gemeinderat erfuhr Markus Böhm hohe Wertschätzung. Für das Gremium attestierte Freie Wähler-Stadträtin Katrin Rauschenbusch dem scheidenden Amtsleiter „Stabilität, Verlässlichkeit und eine ruhige Hand“. Bei verantwortungsvollen Aufgaben habe er „stets Augenmaß bewiesen“. So sei er „ein prägendes Gesicht der Stadt“ geworden. Die Kommunalpolitikerin bescheinigte: „Sie haben keine Aktien bewegt, Sie haben Menschen betreut.“
Markus Böhm, dessen Nachfolge bereits Gabi Lohrbächer-Gérard angetreten hat, bekannte: „Es war mir eine Ehre, für die Stadt Weinheim aktiv gewesen zu sein.“ Und: „Es war mir dabei immer wichtig, ein Mensch zu bleiben.“
