Pressefreiheit steht für Demokratie

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei äußern und zu verbreiten.“  So steht es im Artikel fünf des Grundgesetzes in der deutschen Verfassung und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Dort ist die Pressefreiheit manifestiert. Sie gilt als ein hohes Gut der Demokratie. Dass dies keineswegs – auch in Deutschland -  eine Selbstverständlichkeit ist und lange und hart erkämpft werden musste, erläuterte jetzt der erfahrene Weinheimer Journalist Thomas Veigel im Rahmen der „Demokratie-Woche“, die im Weinheimer Museum am Amtshausplatz vom Förderkreis des Museums gemeinsam mit der Stadt organisiert wird.

Veigel, in Weinheim aufgewachsen und verwurzelt, gehört zum Förderkreis und war auch an der Konzeption der Ausstellung beteiligt.
Am Ende seines Vortrages zeigte er eine Weltkarte, auf der die Länder und Regionen eingefärbt sind, in denen die Pressefreiheit stark eingeschränkt ist und immer wieder attackiert wird. Dunkelrot heißt „sehr ernst“, Rot bedeutet „schwierig“. Fast die ganze Welt ist in diese Farben getaucht, selbst die USA ist seit den Medienrepressalien Donald Trumps orange, das steht für „erkennbare Probleme“.
Und das demokratische Deutschland? Nicht „gut“ (wie zum Beispiel die skandinavischen Länder), sondern nur „zufriedenstellend“. Viele Aggressionen und Angriffe populistischer Kräfte gegen eine angebliche „Lügenpresse“ haben zu dieser Einschätzung geführt, erklärte Thomas Veigel.
Zuvor hatte er die Seiten der Zeitungsgeschichte in Deutschland durchblättert, angefangen von ersten Tageblättern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die elitären gebildeten Schichten vorbehalten waren. Von Zensuren der Fürsten und Herrschenden war die Rede, die bis ins 20. Jahrhundert reichte, aber auch von Freigeistern, die stets für die Pressefreiheit kämpften. Sie waren ebenso aufrechte Demokraten, wie beispielsweise der Weinheimer Politiker und Schriftstelle Albert Ludwig Grimm, der 1831 ein „Landtagsblatt“ herausgab. In Weinheim stellte ein „Fest der Freien Presse“ im Jahr 1832 wichtige Weichen.

Thomas Veigel

Überhaupt wies Veigels Vortrag viel Lokalkolorit auf. Er nannte den Weinheimer Friedrich Diesbach, der 1848 zu den Demokratie-Kämpfern und Herausgebern einer „Karlsruher Zeitung“ gehörte – eine geistige Wiege des „Weinheimer Anzeigers“, der 1866 erstmals erschien und als Vorläufer der „Weinheimer Nachrichten“ gilt. Aber immer wieder habe es Angriffe auf die Pressefreiheit gegeben, so der 69-jährige Journalist. Er ging auf die Gleichschaltung der Medien in der Zeit des Nationalsozialismus ein, erwähnte aber zum Beispiel auch die Spiegel-Strauß-Affäre in den 60er-Jahren der jungen Bundesrepublik.
Rund 30 interessierte Zuhörer, darunter etliche Vertreter der Weinheimer Kommunalpolitik, verfolgten auch gespannt die Einschätzungen des Experten zur aktuellen Lage des Journalismus, die sich durch den Einfluss der so genannten Sozialen Medien sowie künstlicher Intelligenz rasant und dramatisch verändert. An den Vortrag schloss sich daher eine sehr rege Diskussion an. „So haben wir uns diese Demokratiewoche gewünscht“, freute sich Förderkreisvorsitzender Dr. Alexander Boguslawski darüber und verwies auf die weiteren Veranstaltungen der nächsten Tage:
 
„Wege zur Demokratie - in Weinheim und der Welt“, Vortrag von Heiner Bernhard am 18. März um 19 Uhr.  
 
 „Frauen in der Demokratie“ ist das Thema des Vortrags der Weinheimer Gemeinderätin und Grünen-Politikerin Elisabeth Kramer am 20. März um 19 Uhr.
 
Am 21. März findet um 15 Uhr vom Museum aus ein von Alexander Boguslawski geführter Altstadtrundgang statt, bei dem an Orte und Personen in Weinheim erinnert wird, die mit unserer Demokratiegeschichte zu tun hatten.
 
„Bürgerschaftliches Engagement“ am Beispiel des Bündnis „Weinheim bleibt bunt“ stellt Monika Springer am 24. März um 19 Uhr vor.
 
Beim „Bunten Nachmittag“ mit Kaffee und Kuchen am Sonntag, 22. März kommt auch die Kultur zu Wort. Torsten Fetzner, früherer Bürgermeister von Weinheim, singt politische Lieder, der Kabarettist Manfred Maser wird eine Revolutionsgeschichte erzählen, der Jugendgemeinderat wird sich vorstellen, in einem Film von 1973 erzählen fünf Weinheimer aus ihrem Leben, das bei einigen im 19. Jahrhundert begann. Alexander Boguslawski stellt in einer Lesung den „ehrbaren Weinheimer Revoluzzer“ Friedrich Härter vor.
 
 

(Erstellt am 17. März 2026)

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