Zu jedem Problem ein Lösungsvorschlag
An großen Projekten hat es ihm nicht gefehlt an seinem letzten Wirkungsort in Bad Dürkheim in der Pfalz. Schließlich war Maik Solokowski-Kühn (46) als Sachgebietsleiter Kämmerei dort auch für die finanzielle Abwicklung der Bade- und Wellness-Therme verantwortlich, immerhin eine 50-Millionen-Investition. Außerdem, schmunzelt er, jedes Jahr für das größte Weinfest der Welt – den Dürkheimer Wurstmarkt. Das härtet ab für die neue Aufgabe des Kämmerers in der Großen Kreisstadt Weinheim auf der anderen Rheinseite.
Aber das motiviert ihn auch, gibt ihm Sicherheit. „Ich bin es gewöhnt, für jedes Problem einen Lösungsvorschlag erarbeiten zu müssen“, sagt der dreifache Familienvater, der Weinheim übrigens aus privaten Gründen gut kennt. Seine Frau ist Lehrerin und absolvierte damals ihr Referendariat am Werner-Heisenberg-Gymnasium. Schon zu dieser Zeit lernte der Ausdauersportler den Weinheimer Wald und seine Möglichkeiten am Lenker seines Mountainbikes kennen. Und schon seinerzeit konnte er sich vorstellen, hier auch seinen Arbeitsplatz zu haben. Jetzt am 1. August wird es soweit sein. Der Gemeinderat hat den gebürtigen Potsdamer im Juni zum Nachfolger von Jörg Soballa gewählt, der in Pension geht.
Maik Solokowski-Kühn bezeichnet sich selbst als „Zahlenmensch“, Excel-Tabellen und Datenbanken sind sein Metier, ebenso IT und Digitalisierung. Bei seinem letzten Arbeitsplatz in Bad Dürkheim gehörte die IT-Abteilung zu seinem Sachgebiet.
In Grünstadt an der Weinstraße aufgewachsen, studierte er nach dem Abitur an der Fachhochschule in Edenkoben, in der das Finanzamt Rheinland-Pfalz seine Finanzbeamten ausbildet. Dort legte er auch seine Prüfung zum Diplom-Finanzwirt (FH) ab.
Dann erlebte er beim Finanzamt Ludwigshafen seine erste prägende berufliche Zeit. Unter anderem prüfte er Unternehmen, sogar Konzerne, bekam Einblicke und auch Verständnis für deren Situationen. Dann wechselte er zunächst zur Stadt Ludwigshafen, später nach Bad Dürkheim. Was er dort erlebte, bezeichnet er heute süffisant als „kommunalen Schock“. Nachdem die Tätigkeit beim Finanzamt von überwiegend landeseinheitlichen Prozessen geprägt war, jeder sein Spezialgebiet hatte, kam ihm die kommunale Finanzverwaltung vor „wie ein Gemischtwarenladen“. Er ließ sich darauf ein, lernte „kreative Ansätze und eine gute Kommunikation“. Mit diesen Fähigkeiten konnte er neulich auch den Gemeinderat überzeugen.
Warum bewirbt man sich um das Amt des Kämmerers in einer Stadt, die ihren Haushalt nicht ausgleichen kann? Da ist Maik Solokowski-Kühn ganz Realist. Von der kommunalen Finanzkrise seien nahezu alle Kommunen betroffen, Weinheim steche da keinesfalls negativ heraus. Außerdem: „Ein Kämmerer kann ja schließlich kein Geld drucken.“ Und daher auch die Finanzprobleme nicht alleine lösen. Er sieht sich eher als Moderator, Dienstleister, Berater und Umsetzer für die Verwaltungsspitze, die Amtsleiter im Rathaus und nicht zuletzt für den Gemeinderat.
Bei der Stadt Weinheim habe ihn auch die Rathaus-Verwaltung interessiert, die sich gerade in einem Erneuerungsprozess befindet. Mit etlichen neuen Amtsleitern und nicht zuletzt mit einem neuen OB, der fast zeitgleich mit dem neuen Kämmerer ins Rathaus einzieht. „Das ist spannend und aufregend“, findet der neue „Herr der Zahlen“ im Weinheimer Rathaus-
