Ein starkes Zeichen

Rund 600 überzeugte und aufrechte Demokraten sendeten am Freitagabend in Weinheim ein starkes Zeichen gegen Rassismus, Rechtsradikale und Geschichtsleugnung. Das Weinheimer „Bündnis bleibt bunt“ hatte kurzfristig zur friedlichen Gegendemonstration aus Anlass der NPD-Kundgebung aufgerufen – und die Stadtgesellschaft reagierte.

„Wir sind sehr stolz auf die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, die zur Stelle sind, wenn man sie ruft“, bedankten sich die beiden Stadträtinnen Stella Kirgiane-Efremidou und Monika Springer, die von der Terrasse der Volkshochschule für das Bunte Weinheim die Teilnehmer der Veranstaltung begrüßten. Das Motto lautete „Mit Kunst und Kultur gegen Hass und Hetze“.
Weinheimer Musiker unterstützten die Botschaft des Bündnisses mit passender Musik: Kevin Moschner, Markus Herrmann und Sebastian Strodtbeck vom Muddys Club, Bernd Hoffmann, die Punk Band Puncture, Rolf Zeitler und Dominik Maciejewski von den Parraberries sowie Ulf "Doc" Wittenberg. Sie setzten ein friedliches aber hörenswertes Signal gegen die menschenverachtenden Parolen der NPD. Innerhalb von nur drei Tagen konnte das Bündnis die Menschen mobilisieren und ein mehrstündiges Kulturprogramm auf die Beine stellen.
In klaren Worten betonten die Rednerinnen und Redner, dass Weinheim keinen Platz und kein Verständnis hat für rechte Parolen und kein Ort ist, an dem die NPD willkommen ist. Der 8. Mai, das Ende des Zweiten Weltkriegs, sei ganz klar ein Tag der Befreiung vom mörderischen System der Nazis gewesen – dieses Geschichtsbewusstsein sei wichtig und unverrückbar, die Basis für die Erinnerungskultur und gegen das Vergessen. 
Die beiden Stadträtinnen eröffneten die Rednerliste. Auch Landtagsabgeordnete Fadime Tuncer unterstützte das Bunte Weinheim, ebenso Helmut Schmidt, der für den Deutschen Gewerkschaftsbund sprach, der dem Bunten Weinheim angehört, ebenso wie der Förderkreis Weinheim-Ramat Gan, dessen Sprecher Albrecht Lohrbächer eine sehr persönliche Ansprache hielt. Stella Kirgiane-Efremidou und Monika Springer freuten sich besonders über die engagierte Teilnahme des Jugendgemeinderates. Das kommunalpolitische Nachwuchsgremium gehörte schon vor zwölf Jahren zu den Gründern des Bunten Weinheim. Theodor Dietz vertrat diesmal den Jugendgemeinderat. „So etwas wie die massenhafte Deportation und Vernichtung von Menschen durch die Nationalsozialisten darf niemals wieder passieren, die Erinnerungskultur am Leben zu erhalten ist dementsprechend unverzichtbar“, rief er auf. Aida Pitic von der Sozialistischen Jugend stellte den Bezug zu den aktuellen Kriegen her und abschließend zeigten sich die beiden OB-Kandidaten Alexandra Kriegel und Michael Möslang beeindruckt vom Engagement der Stadt, die sie künftig führen möchten.
 

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