„Zentraler Beitrag zum sozialen Frieden“

Die Betreuung von Flüchtlingen ist eine entscheidende Tätigkeit für das gelingende Miteinander und den Sozialen Frieden in einer Stadt. Dieser Grundsatz stand im Mittelpunkt des Beirates für Integration und Soziale Angelegenheiten in dieser Woche.
Aber nicht nur, denn Rolf Hackenbroch hatte zuvor für den Runden Tisch Integration klar Stellung bezogen, dass die deutsche Volkswirtschaft dringend jetzt und in Zukunft eine Zuwanderung mit Integration benötigt, um die Beschäftigungslücke zu füllen, die der demografische Wandel versursacht. So hat eine gelingende Integration nicht nur eine soziale, sondern auch eine volkswirtschaftliche Komponente – so der Tenor im Beirat, der den Weinheimer Gemeinderat in sozialen und Integrationsfragen berät.
„Ein starkes Netzwerk von Haupt- und Ehrenamt“
Dabei gab es drei Berichte, die dokumentierten, dass es in Weinheim ein haupt- und ehrenamtliches Netzwerk für gelingende Integration gibt: Sowohl der ehrenamtliche Arbeitskreis Asyl, als auch das Integrationsmanagement sowie die städtische Integrationsbeauftragte Nina Cloutier im Amt für Soziale Angelegenheiten berichteten über ihre Tätigkeiten, die sich ergänzen. An der Seite der kommunalen Integrationsbeauftragten als Vernetzerin kümmern sich die Integrationsmanager Iryna Hartmann, Ulrike Vogt und Florian Detzer, um die frisch ankommenden Menschen. Für den Arbeitskreis Asyl, der ehrenamtlich Hilfe beisteuert, berichteten Elfie Rentrop, Gerd Kaut und Matthias Palm. Beim Integrationsmanagement kooperiert die Stadt mit dem Deutschen Roten Kreuz und dem Diakonischen Werk.
„Wertvoller Beitrag für Weinheim“
Durch die Förderprogramme „Pakt für Integration“ und „Soforthilfe Ukraine“ waren bis Ende September insgesamt vier Mitarbeiter mit einem Stellenanteil von insgesamt 2,77 Stellen im Integrationsmanagement tätig. Das Förderprogramm „Soforthilfe Ukraine“ endete zum 30. September. Somit beträgt der Stellenumfang seit Oktober 2025 im Integrationsmanagement 2,27 Stellen.
Iryna Hartmann konnte sehr gut darstellen, wie sehr das Integrationsmanagement für die Entlastung städtischer Systeme sorgt, wie zum Beispiel in den Schulen und bei Behörden, sie sorgen für Prävention im Alltag, die Förderung von Selbstständigkeit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Für dieses Engagement und die gute Netzwerkarbeit bekamen die Integrationsakteure viel Lob und Wertschätzung.
„Die Themen der geflüchteten Menschen sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Während manche Menschen schon nach wenigen Beratungskontakten ihre Angelegenheiten selbstständig erledigen, benötigen andere eine intensive und über Jahre andauernde Unterstützung“, beschrieb Iryna Hartmann.
In allen Fällen führe die Arbeit des Integrationsmanagements dazu, dass Integrationsprozesse fachlich gesteuert und Maßnahmen zielgerichtet und bedarfsgerecht umgesetzt werden. Die Einbindung in die Stadtgesellschaft werde beschleunigt. Fazit: „Durch die schnellere Eingliederung in Schule und Arbeitsmarkt, können geflüchtete Menschen einen wertvollen Beitrag für Weinheim leisten.“
Integrationsbeauftragte Nina Cloutier betonte: „Das Integrationsmanagement in Weinheim ist ein wirksames Instrument, um geflüchtete Menschen beim Integrationsprozess zu unterstützen. Es sorgt dafür, dass Geflüchtete eine Perspektive erhalten.“ Gleichzeitig profitierte auch die Stadtgesellschaft, da gut integrierte Menschen schneller in Weinheim ankommen und ihre Fähigkeiten einbringen können. Ergo: „Damit leistet das Integrationsmanagement einen zentralen Beitrag zum gelingenden Miteinander und dem sozialen Frieden in unserer Stadt.“
Die Integrationsakteure nahmen aber auch kein Blatt vor den Mund, sparten nicht mit Kritik, etwa wegen der Unterbringung von Flüchtlingen in problematischen Unterkünften und den Kürzungen bei Sprachkursen.
Rund 1120 Menschen werden betreut
Zu den Zahlen: „Zum Stichtag 10. April befanden sich 474 Menschen in der Anschlussunterbringung der Stadt Weinheim. In den Unterkünften und im privaten Wohnraum leben in Weinheim insgesamt rund 1120 Personen, die in das Aufgabenfeld des Integrationsmanagements fallen. Diese teilen sich so auf: 360 Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis (weit überwiegend ukrainische Staatsangehörige), 120 Personen mit einer Aufenthaltsgestattung, 90 Personen mit einer Duldung und 550 Personen mit einer humanitären Aufenthaltserlaubnis. Im Jahr 2025 wurden von den Integrationsmanagern 652 Personen beraten. Hierbei handelt es sich um alleinstehende Personen oder einen Elternteil, so dass von einer weitaus höheren Zahl ausgegangen werden muss, wenn man die Familien bedenkt. Insgesamt wurden 3532 Beratungsgespräche geführt.
Es war aber auch ein Bericht, der positive Berichte bot. Die Integrationsmanager betonten: „Viele Geflüchtete, die schon länger in Weinheim sind, haben mittlerweile gute Deutschkenntnisse und Arbeit gefunden, die Kinder besuchen die Schule oder absolvieren eine Berufsausbildung oder ein Studium. Nicht wenige haben eine dauerhafte Niederlassungserlaubnis erhalten oder wurden eingebürgert.“
