Tage der Atlaszeder sind gezählt

Dass es viele ihrer Artgenossen derzeit trifft, ist nur ein schwacher Trost für die Bürgerinnen und Bürger in Sulzbach, denn die alte Atlaszeder an der Carl-Orff-Schule ist ein Wahrzeichen des Ortsteils. Generationen von Sulzbacher Kindern haben sie auf dem Schulweg bewundert.

Die alte Dame, deren Alter man auf etwa 80 Jahre schätzt, leider unheilbar am Atlaszeder-Sterben, einer Baumerkrankung, die aus der Schweiz und dem Norden Frankreichs nach Deutschland übergeschwappt ist. Vor ziemlich genau einem Jahr musste eine alte Zeder im Heidelberger Providenzgarten aus demselben Grund gefällt werden.
Weinheims Baumgärtner Raphael Schleweis hat die Erkrankung des alten Baums vor ein paar Wochen zum ersten Mal bemerkt; nähere Untersuchungen ließen dann auf das Atlaszedernsterben schließen, das sich mit starken Harzabsonderungen und absterbender Runde zeigt. Das Trügerische, so der Baumexperte: „Von außen sieht der Baum noch ganz gut aus, wenn man sich aber unter die Zweige stellt, sieht man, dass die Nadeln schon vertrocknet sind.“ Als nächstes brechen dann Äste ab, der Baum wird zum Sicherheitsrisiko.
So nutzt die Stadt in dieser Woche die Faschingsferien für die fachgerechte Entfernung des Baums. Eine Nachpflanzung an gleicher Stelle sei vorgesehen, allerdings werde man aus fachlichen Gründen einen Pflanzzeitpunkt im Herbst vorziehen, so Schleweis.
Früher werde man allerdings im Umfeld der Schule und des Dorfplatzes Bäume nachpflanzen, deren Vorgänger zuletzt nicht gut angewachsen waren und entfernt werden musste.