Von Altstadtzauber bis Weibergedöns

Der Nachtwächter macht den Anfang. Am Mittwoch, 11. Februar, schwingt der zwielichtige Geselle (alias Stadtführer und Historiker Dietmar Spicker) seine Laterne und nimmt seine Gefolgschaft mit auf eine Tour durch die Weinheimer Altstadt, auch in die dunklen Ecken, in die man sich früher im Mittelalter nicht so gerne verirrte. Aber ein bisschen Gänsehaut gehört zu einer richtigen Nachtwächter-Stadtführung ja dazu.

Die Tourist-Info, der Weinheimer Stadttourismus, hat jetzt für das Jahr 2026 wieder ein spannendes Programm zusammengestellt, die Führungen gehen durch die Stadt und die Landschaften rund um Weinheim, in den Sommermonaten vergeht keine Woche ohne mindestens eine oder zwei Führungen unterschiedlicher Art. Nicht zu Unrecht heißt es: Weinheim führt. Rund ein Dutzend Stadtführerinnen und Stadtführer mit unterschiedlichen Fachgebieten und Schwerpunkten stehen in den Startlöchern, um den Gästen die Schönheiten ihrer Stadt zu zeigen.
 
Stadterlebnisse  . .
 
Die Weinheim-Touristiker haben sich dieses Jahr zur besseren Übersicht eine neue Struktur überlegt: Die Führungen sind in Rubriken unterteilt: „Stadterlebnisse“ beziehen sich auf Altstadtführungen und auf Stadtvisiten mit Schwerpunktthemen, ob jetzt auf den Spuren des Nachtwächters, Rund ums Schloss, mit dem Gerber durch Handwerk und Historie, mit Fackeln oder Taschenlampen am Abend. Dabei packen Weinheimer Stadtführerinnen und Stadtführer wieder ihre besonderen Geschichten und Anekdoten aus; sie sind das Salz in der Suppe der Stadtgeschichte: Rosemarie Derkau berichtet in der Stadtführung „Weibergedöns“ über Lebenswege Weinheimer Frauen oder die Geschichten, die man sich am Brunnen zuraunte. Wolfgang Balling erzählt die Geschichten der Kurpfalz und der Kurfürsten, René Scheuermann erklärt die Stadtgeschichte anhand eingängiger Sprichwörter unter dem Motto: „Der Stein des Anstoßes“. Übrigens: Die regelmäßige Altstadtführung „Altstadtzauber – Erlebnisse und Geschichten vergangenen Zeiten“ startet jetzt immer samstags um 14 Uhr am Marktplatz, die erste in diesem Jahr am 4. April. Übrigens kann zu den Führungen auch ein E-Rollstuhl für Menschen mit Behinderung ausgeliehen werden.
 
Natur Pur ….
 
Mit „Natur Pur“ sind geführte Exkursionen gemeint, ganz besonders natürlich durch den Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof, den Exotenwald („Wald ferner Länder“ mit Dietmar Spicker sonntags, erstmals dieses Jahr am 22. März), übrigens auch wieder von Wander- und Naturliedern mit Torsten Fetzner begleitet. Aber auch mit Dorisa Winkenbach zu den Wildkräutern, in den Wachenberg-Steinbruch, mit dem Geologen Ludwig Meitzler zum Hirschkopf oberhalb der Nordstadt, zum Bergwerk „Marie in der Kohlbach“. Landschaftsgärtner Bernhard von Hirschheydt kann wunderbare Geschichten über die alten Bäume des Schlossparks erzählen und nimmt die interessierten Begleiter auch mit zu einem Spaziergang durch eine Baumsammlung der besonderen Art in der Weststadt.
 
Hits für Kids und „Special“
 
„Hits für Kids“ bilden einen weiteren Schwerpunkt des 26er-Weinheimer Stadtführungsprogramms. Wiederum gemeinsam mit Torsten Fetzner besuchen Kinder den Grüffelo-Pfad unterhalb der Burgruine Windeck oder erkunden an der Seite von René Scheuermann die Stadt mit Taschenlampen. Als „Special“ werden auch wieder Rundgänge durch den geschichtsträchtigen Ortsteil Lützelsachsen mit der ehemaligen Ortsvorsteherin und Saase-Kennerin Doris Falter angeboten.
Und wer Weinheim ohne Termin erkunden will, hat ja auch digital immer mehr Möglichkeiten: Mit der „Zeig mal“-App, „Weinheim hören“ über QR-Codes und Telefon, den Ingrid-Noll-Pfad und den Mundart-Weg „Uff Woinemerisch“, den es seit dem Heimattage-Jahr 2025 gibt.
Alle Angebote sind auch gut online einsehbar unter www.weinheim.de/fuehrungen. Auskünfte und Anmeldungen bei der Tourist-Info am Weinheimer Marktplatz unter tourismus@weinheim.de oder 06201/82 610.